Nutzfahrzeuge-Treffen Neustadt an der Aisch

Ehemals Magirus-Deutz-Treffen

Das internationale Nutzfahrzeuge-Treffen auf dem Festplatz in Neustadt an der Aisch findet alle zwei Jahre statt, ist markenoffen und geht zurück auf das seit dem Jahr 2009 organisierte internationale Magirus-Deutz-Treffen. Veranstalter ist seit 2017 die Interessengemeinschaft Museum für Industriekultur und Verkehr e. V. (IGMIV) aus Nürnberg.

 

Nach dem Treffen ist vor dem Treffen: Ich freu' mich schon auf den Mai 2019, denn dann findet auf dem Festplatz voraussichtlich das zweite Nutzfahrzeuge-Treffen der IGMIV und das insgesamt siebente Treffen für alte Lastwagen, Omnibusse und Feuerwehrautos statt.

Alles wieder auf Anfang: 12. bis 14. Mai 2017

1. internationales Nutzfahrzeuge-Treffen

So kann man sich irren: Das fünfte internationale Magirus-Deutz-Treffen hatte ich eigentlich als das „vorerst letzte“ angekündigt. Jetzt fand doch wieder ein Treffen in Neustadt statt, ich war mit von der Partie und doch war alles ein bisschen anders als vorher. Denn die Federführung für das nunmehr sechste Treffen für historische Lastwagen, Omnibusse und Feuerwehrautos lag bei René Stoltze von der Nürnberger Interessengemeinschaft Museum für Industriekultur und Verkehr (IGMIV).

 

Der hauptberufliche Oldtimer-Restaurator René Stoltze hegte schon lange den Wunsch, dass seine IGMIV ein Nutzfahrzeugtreffen auf die Beine stellt. So eine Veranstaltung aus dem Nichts aufzubauen, hätte aber nicht nur viel Arbeit gekostet, sondern auch viel Zeit beansprucht. Beides hatte ich seit dem Jahr 2009 investiert, um das Magirus-Deutz-Treffen in der bundesweiten Nutzfahrzeug-Szene zu etablieren. Was lag also näher, als die Kräfte zu bündeln? Nachdem zwei Freunde ein Zusammentreffen eingefädelt hatten, fiel schnell der Entschluss, dass es weitergehen soll. Allerdings mit deutlich erweitertem Fokus: Vom 12. bis zum 14. Mai 2017 haben wir zum markenoffenen Nutzfahrzeuge-Treffen eingeladen. Und die Besitzer von historischen Lastwagen, Omnibussen und Feuerwehrautos der Marken Magirus-Deutz, Hanomag-Henschel, MAN, Mercedes-Benz, Borgward, Faun, Kaelble, Büssing, Kramer, Ford, Opel, Tempo, VW, Setra, IFA, Ikarus, Piaggio, Volvo, Scania und Saurer ließen sich nicht lange bitten: Am Samstag sammelten sich kurz vor der Ausfahrt durch den Aischgrund sage und schreibe 130 Oldtimer auf dem Platz.

 

Die IGMIV war schon seit Donnerstagmittag mit einem fleißigen Team vor Ort und hatte vom Anmeldepavillon mit Computer und digitaler Meldeliste bis zur prägefrischen Erinnerungsplakette für die Teilnehmer alles dabei, was man gut brauchen konnte. Schnell war auch die erste Fahrzeugreihe gut gefüllt: Jens-Peter Holm nahm die weite Anfahrt aus Hamburg auf sich und lenkte seinen anno 1957 gebauten Eckhauber-Kipper der Marke Magirus-Deutz samt passendem Bauwagen auf den Festplatz. Nicht weit davon entfernt bauten Mitglieder des Feuerwehrmuseums Hermeskeil aus Rheinland-Pfalz Wasserspiele für Kinder mit einer historischen Feuerwehrspritze auf.

 

Helmuth Radlmeier aus Ergoldsbach bei Landshut nahm zum dritten Mal am Neustädter Treffen teil und brachte zum dritten Mal einen frisch restaurierten Omnibus-Klassiker mit. Diesmal einen nach dem originalen Vorbild eines alten Prospektfotos wunderschön mit hell- und dunkelbraunen Streifen lackierten Clubbus vom Typ Magirus-Deutz R81. Spätestens ein Blick nach Innen auf die mit orange-roten Stoff bezogenen Sitze versetzte die Betrachter für einen Moment zurück in die 1970er-Jahre. Den gleichen nostalgischen Effekt löste der in den originalgetreuen Farben eines im Auftrag der Deutschen Bundesbahn eingesetzten Linienbusses gestaltete Magirus-Deutz L117 aus, der vom Tom ebenfalls aus dem Landkreis Landshut ins Aischtal chauffiert wurde.

 

Von der Bundesbahn ist es nicht weit zur Bundespost: Gleich drei in hellgrau lackierte ehemalige Postfahrzeuge von Mercedes-Benz bereicherten das Teilnehmerfeld und ernteten begeisterte Blicke. Auch hier fühlte sich offenbar mancher an seine Kindheit und Jugend erinnert, als solche Lkw mit Posthorn-Logo auf der Tür zum alltäglichen Straßenbild gehörten. Braumeister Fritz Hebendanz aus der oberfränkischen Bierstadt Forchheim präsentierte einen alten Getränkelaster vom Typ Ford A in Neustadt, der 1976 gebaut wurde. Der Hersteller Ford stellte mit einem Pritschenwagen aus dem Jahre 1923 auch das mit Abstand älteste Fahrzeug des Treffens.

Anno 1980 entstanden in den schweizerischen Saurer-Werken dem Vernehmen nach nur acht Exemplare des Typs 330 BF 8x4. Einer davon rollte mit seinen vier Achsen auf's Veranstaltungsgelände im Aischtal. Gleich gegenüber parkte Hermann Haag seine gelbe Schwerlast-Zugmaschine der Marke Kaelble ein – die letzte, die jemals das Backnanger Werk verlassen hatte. Neben ein Kipper-Trio des einstmals renommierten Braunschweiger Herstellers Büssing hatte der Walter aus Versmold seinen Abschlepp- und Bergungswagen Magirus-Deutz 310D16 rangiert. Dazu muss man wissen, dass bis heute hauptsächlich Feuerwehrfahrzeuge und Kipper von dem Ulmer Hersteller Magirus-Deutz überlebt haben, während alle anderen Aufbauvarianten Seltenheitswert haben.

 

Eine beachtliche Zahl MAN-Frontlenker der Baureihen F7 und F8, Mercedes-Benz NG sowie Volvo F10 und F12 in der Ausführung als Sattelzugmaschine oder Anhängerzug für den Fernverkehr weckte Erinnerungen an die legendäre Fernsehserie „Auf Achse“, in der Franz Meersdonk und Günter Willers mit solchen Lastwagen ihre wertvolle Terminfracht in aller Herren Länder ablieferten. Zu den sehenswertesten Exponaten gehörten aber auch ein mit frischem Holz beladener Borgward B 4500 aus dem Baujahr 1957 sowie ein VW-Transporter der allerersten Baureihe T1 als hellgrauer Pritschenwagen in wunderbar patiniertem Originalzustand. Mit wieder einem Rundhauber von Magirus-Deutz mehr als beim letzten Mal und damit inzwischen vier Stück der kugeligen Nachkriegsbaureihe aus Ulm rundete Hans Thannbichler aus Sachsen die Oldtimersammlung auf dem Gelände ab.

 

Knapp die Hälfte der teilnehmenden Fahrzeuge stammte aus der Produktion von Magirus-Deutz und Iveco-Magirus, so dass auch die Fans der Luftkühlung und des Ulmer-Münster-Logos wie früher beim Magirus-Deutz-Treffen auf ihre Kosten kamen. Das gilt besonders für die Ausfahrt, die durch die reizvollsten Ecken des fränkischen Aischgrunds führte wie etwa die Karpfenweiherkette zwischen Voggendorf und Gottesgab. Ein Gewitterschauer hatte am Samstag kurz vor 14 Uhr den Platz geflutet, verzog sich aber fast pünktlich zur Abfahrt des Konvois wieder und hinterlies eine gut angefeuchtete und in den kräftigsten Farben leuchtende Kulturlandschaft mit in vollem Saft stehenden Wiesen und gelb blühenden Feldern.

 

An der Strecke wachten zum ersten Mal Streckenposten darauf, dass auch jeder richtig abbog. Der Lohn der Mühe: Die Fotografen am Wegesrand wurden für ihre zum Teil lange Anreise mit herrlichen Bildern und imposantem Motorsound entlohnt und es war das erste Treffen in Neustadt, bei dem sich nach meiner Kenntnis nur einer verfahren hat. Den Höhepunkt der Aufahrt markierte ein Oldtimerkorso über den Marktplatz in der Altstadt, der gleichzeitig den Auftakt zum Kulturprogramm der vom Neustädter Kulturverein organisierten „NeustadtNacht“ markierte. Bürgermeister Klaus Meier ließ sich den Korso vorbei am Rathaus nicht entgehen und meinte hinterher begeistert, dass das Nutzfahrzeug-Oldtimertreffen eine „großartige Bereicherung“ für Neustadt ist.

 

Diesem Fazit aus berufenem Munde muss nicht mehr viel hinzugefügt werden: So gut wie 2017 ist es aus meiner Sicht noch nie gelaufen. Auf dem Platz habe ich eine Super-Stimmung erlebt, lauter nette Leute getroffen und ganz viele lächelnde Gesichter gesehen. Ein großes Dankeschön geht an Helmuth Radlmeier dafür, dass ich bei der Ausfahrt neben ihm im Reisebus sitzen und für eineinhalb Stunden eine kleine Zeitreise in die 70er machen durfte. Unser Dank gebührt auch allen Spendern und Helfern, besonders Florian Stöckl als IT-Administrator und rechte Hand vom „Chef“, den Elektro-Spezialisten Wolfgang und Gregor aus Schwabach sowie ihrem Helfer Stefan Seidel und Karl-Heinz Katzenberger, der mit der Kamera am Wegesrand stand, um die Ausfahrt filmisch festzuhalten.

 

Am Samstag fand gleichzeitig ein Funkwettbewerb statt: Unsere Funker rund um Florian und Stefan haben ihren 25 Meter hohen Funkmast auf einem ehemaligen Bundeswehranhänger als Blickfang in der Mitte des Platzes aufgestellt und am Wettbewerb mit Erfolg teilgenommen. Die drei Tage gingen viel zu schnell vorbei, ich freu' mich schon auf 2019 und das dann siebte Neustädter Oldtimertreffen für  historisches „Schwermetall“ aus allen Epochen des Nutzfahrzeugbaus.

Gib mir Fünf: 1. und 2. Mai 2015

5. internationales Magirus-Deutz-Treffen

Das fünfte (und vorerst letzte) internationale Magirus-Deutz-Treffen verbuchte einen Teilnehmer-Rekord von 67 Fahrzeugen, darunter spannende Raritäten aus Nah und Fern: Aus dem schweizerischen Riggisberg kamen drei hellgraue Magirus-Fahrzeuge nach Neustadt, darunter ein rarer Vierachser des Typs 320D30, der von den späten 70ern bis in die frühen 80er nur für den Export gebaut wurde. Nicht weit davon entfernt bekam auch die Fraktion der imposanten V12-Fahrzeuge noch einmal Zuwachs: Neben dem blauen 340er aus Weißenhorn bei Ulm, der bereits das Treffen im Jahr 2011 bereichert hatte, und Udo Hacks gelbem 360D19 aus Italien, der 2013 zum ersten Mal in Neustadt dabei war, kam diesmal auch Rudolf Röhlich mit seinem weißen 360er auf den Festplatz.

 

Gerd Adorf lenkte seinen ebenso bekannten wie wunderschönen Aussichtswagen des Typs O3500 von Düsseldorf nach Franken und Helmuth Radlmeier brachte einen mustergültig in den damaligen Originalfarben restaurierten Bahnbus 260L117 mit. Der grün-gelbe Clubbus 130R81 von Gerd Wagner stand direkt neben seinem etwas moderner gestalteten Nachfolgemodell 160R81 turbo von Emanuel Stübner. Erstmals war auch der OCM beim Magirus-Deutz-Treffen mit von der Partie, allerdings nicht in Form des Oldtimerclubs Iveco Magirus aus Ulm, sondern durch den Omnibusclub München. Dieser brachte einen blauen Neoplan-Bus des Typs N416 mit, in dessen Heck standesgemäß ein luftgekühlter V8-Motor von Deutz arbeitet.

 

Bei den Feuerwehrfahrzeugen, die rund ein Drittel des Teilnehmerfeldes ausmachten, behalten die zahlreichen Besucher sicher die Drehleiter von Elmar Bach in bester Erinnerung. Der ermöglichte mit dem Rettungskorb seiner Leiter kostenlos den Überblick über das Festgelände von ganz oben. Eine schweizerische Feuerwehr-Vergangenheit hat das Vierer-Club-Modell 160M8 von Jörg Boesler – ein in Deutschland höchst seltenes Modell. Ebenfalls mit MK-Kabine ausgestattet ist der blaue Abschleppwagen von Ralf Pfister, der den Weg aus Baden-Württemberg nach Franken nicht gescheut hat. Gerald Diegel stellte mit seinem dunkelgrünen 310D26 einen frisch restaurierten Allradkipper aus der Generation der „Baubullen“ der Öffentlichkeit vor.

 

Der Titel „Mr. Patina“ geht auch diesmal wieder an einen Rundhauber, diesmal jedoch an den perfekt original erhaltenen 90D7 Pritschenwagen in Weinrot von Alexander Pongratz. Ein grünes Rundhauber-Trio steuerte Hans Thannbichler aus Radebeul auf den Platz: Seine Sammlung aus Kipper, Pritschen-Lkw und Sattelzugmaschine war ein herrlicher Anblick.

 

Nach einem trüben und regnerischen Freitag verwöhnte der Samstag die Teilnehmer und Gäste mit idealem Oldtimerwetter: Warm, sonnig aber nicht zu heiß war es, als knapp 50 Fahrzeuge am Samstagnachmittag zur Ausfahrt durch das Aischtal starteten. Von der kurvigen Waldstrecke bis zur langen Geraden, die das Hochschalten in den fünften Gang erlaubte, war alles dabei. Am Straßenrand blühten Bäume und Rapsfelder und die für Stammgäste in Neustadt schon gewohnte „Wendestelle“ im Kreisverkehr wurde am Chausseehaus eingelegt, so dass der Konvoi wie immer auch diesmal einmal an sich selbst vorbei kam.

 

Vielen Dank an alle, die das Treffen mit ihrer Anwesenheit und ihren Oldtimern bereichert haben. Dass sich am Samstagabend fast alle Teilnehmer persönlich bei mir verabschiedeten, bevor sie sich auf den Heimweg gemacht haben, hat mich besonders gefreut. Diese Momente werden mir noch lange in Erinnerung bleiben. Mein Dank gilt auch dem Alfred und seinen Helfern am Grill, die Fans und Fahrer köstlich mit Essen und Trinken versorgt haben. Ich wünsche allen Teilnehmern und Gästen immer gute Fahrt auf allen Wegen!

Vier gewinnt: 3. und 4. Mai 2013

4. internationales Magirus-Deutz-Treffen

Am 3. und 4. Mai 2013 drehte sich auf dem Neustädter Festplatz alles um luftgekühlte Lastwagen, Omnibusse und Feuerwehrautos. Der Blickfang des 4. internationalen Magirus-Deutz-Treffens war ein imposantes V12-Duo, das es zusammen auf sage und schreibe 700 PS brachte: Neben dem blauen 340er aus Weißenhorn bei Ulm, der bereits beim Treffen im Jahr 2011 für Aufsehen gesorgt hatte, stand diesmal außerdem Udo Hacks gelber 360D19 mit nachgerüsteter Vorlaufachse aus Italien. Darauf angesprochen, dass dieses Pärchen der beiden stärksten jemals unter dem Namen Magirus-Deutz gebauten Lkw das Motiv des Tages wäre, antwortete einer der Fotografen auf dem Platz: „Das ist das Motiv des Jahres“.

 

Für internationales Flair sorgte eine Abordnung vom Magirus-Deutz-Club aus den Niederlanden: Die weite Anreise aus dem Nachbarland hatten zwei zu Reisemobilen umgebaute Eckhauber des niederländischen Katastrophenschutzes angetreten und ein Einzelstück von Omnibus des Typs 120R80, der von einem niederländischen Karosseriebauer speziell für die Brandschutzausbildung angefertigt wurde. Am anderen Ende des Platzes wartete Bert Schinko aus Österreich mit seinem gelben Dreiachs-Muldenkipper vom Typ 230D26 auf. So weit nördlich hatte man dieses Fahrzeug bislang noch nicht zu Gesicht bekommen.

 

66 Fahrzeuge waren da – exakt eines mehr als beim letzten Mal im Jahr 2011. Einen neuen Rekord stellten die teilnehmenden Busse auf: Acht Magirus-Deutz-Omnibusse reihten sich auf dem Festgelände nebeneinander – ein Bild mit Seltenheitswert. Besonders im Rampenlicht stand Helmuth Radlmeiers „Ulmer Spatz“: Ein aus einer völligen Ruine ebenso liebevoll wie wunderschön hergerichteter O3500 mit Eckhaube aus dem Jahr 1951. Es dürfte sich um das letzte vorhandene Exemplar dieser Baureihe handeln.

 

Bei den „Eichern“ stach die gelbe Zugmaschine 120D7 vom Wolfgang hervor, die im Landkreis Wesermarsch beheimatet ist und nach erfolgreicher Restauration in Neustadt ihre Publikumspremiere feierte. Das Fahrzeug leistet in einer Kfz-Werkstatt noch wertvolle Dienste. Aus dem Landkreis Meißen fand ein herrliches Pärchen hellgrüner Rundhauber mit rotem Grill den Weg in den Aischgrund, neben die sich rasch weitere Exemplare der kugeligen Baureihe gesellten.

 

Zwei ehemalige Feuerwehrfahrzeuge fielen in den beiden Reihen der Frontlenker ins Auge: 1981 erhielt eine nordhessische Feuerwehr einen 130M8 mit Vierer-Club-Kabine als GW-Öl, eine damals völlig neue Gattung von Feuerwehrfahrzeugen. 2006 wurde das Fahrzeug von einem bayerischen Gerüstbauer um die oberen zwei Drittel des Kofferaufbaus erleichtert. Übrig blieb ein Pritschen-Lkw, dessen Patina aus der Gerüstbau-Zeit besonders gut gefiel. Etwas weiter hinten auf dem Platz stand eine Drehleiter vom Typ 170D11 aus dem Jahr 1970, bei der es sich nicht nur um eines der ältesten erhaltenen Exemplare dieses Baumusters handelt. Da das Podium zu Restaurationszwecken zum Teil demontiert war, erlaubte das Fahrzeug auch ungewohnte Einblicke in das Innenleben der Technik.

 

Das Treffen, das erstmals über zwei Tage ging, spielte Roulette mit dem Wetter – und hat gewonnen. Angereiste Teilnehmer berichteten, dass es am Samstagvormittag in allen Richtungen rund um Neustadt geregnet hat, aber an beiden Veranstaltungstagen blieb es trocken und ab und zu lachte sogar die Frühlingssonne. Rechts und links der Ausfahrtsstrecke, die durch kleine Dörfer und über hügelige Nebenstraßen führte, blühten die Wiesen und Bäume. Vor dem Bahnhof von Ipsheim nutzten einige Teilnehmer die Möglichkeit zum Fahrerwechsel, auf dem Festplatz von Emskirchen wendete der Konvoi und fuhr einmal an sich selbst vorbei, was reizvolle Perspektiven eröffnete.

 

Vielen Dank an alle, die mit ihren Fahrzeugen zu der Vielfalt auf dem Platz beigetragen haben. Das bullige Donnergrollen der luftgekühlten Deutz-Motoren, das über den Platz klang, und die vielen glücklichen Gesichter, die ich gesehen habe, waren ein einzigartiges Erlebnis für mich. Meine Anerkennung möchte ich allen fleißigen Helfern aussprechen, besonders der Crew am Grill rund um den Alfred, die uns hervorragend bewirtet hat. Die zwei Tage im Zeichen des Ulmer Münsters waren viel zu schnell wieder vorbei. Wenn nichts dazwischen kommt, sehen wir uns 2015 wieder zum 5. internationalen Magirus-Deutz-Treffen.

Aller guten Dinge sind drei: 21. Mai 2011

3. internationales Magirus-Deutz-Treffen

Das dritte und nun erstmals international ausgerichtete Magirus-Deutz-Treffen am 21. Mai 2011 war in jeglicher Hinsicht die Erfüllung eines Traums: Bei herrlichem Frühlingswetter, blauem Himmel und Sonnenschein kamen sage und schreibe 65 historische Nutzfahrzeuge auf dem Neustädter Festplatz zusammen.

 

Die Liste der Höhepunkte unter den Ausstellungsstücken nimmt fast kein Ende und ganz oben steht darauf die Neuvorstellung des ersten restaurierten Magirus-Deutz 340D22. Dieses heute nur noch in zwei bekannten Exemplaren erhaltene Modell besitzt den größten je in einem Magirus-Deutz-Lkw verbauten Motor: Einen luftgekühlten V12 mit stolzen 340 PS. Der dunkelblaue Dreiachs-Pritschenwagen mit TE-Fernverkehrskabine, der die Krönung des Lkw-Baus bei Magirus-Deutz darstellt, wurde im Raum Neu-Ulm restauriert.

 

Rund siebeneinhalb Stunden saß der Walter aus Versmold hinter dem Steuer des einzigen bis heute erhaltenen Ackermann-Möbelwagens auf Basis eines rundlichen Magirus-Deutz-Frontlenkers, um in Neustadt mit dabei zu sein. Hinter sein dunkelgrünes Schmuckstück vom Typ 126D11 hatte er einen passenden Ackermann-Anhänger gespannt. Nicht weit entfernt davon parkten zwei 12 Meter lange Omnibusse: Ein Sammler brachte einen wunderschön in den Farben der 70er Jahre lackierten und nie zuvor auf einem Treffen gezeigten Linienbus 260L117 aus dem Raum Landshut mit. Daneben stand der dunkelrote Reisebus 230TR120 vom Holger, der eine Anfahrt von über 600 km aus dem Landkreis Bad Segeberg zwischen Hamburg und Lübeck hinter sich hatte.

 

In der ersten Reihe der Fahrzeuge konnten die Besucher dann gleich die nächste Sensation bestaunen: Drei „Eicher“-Typen, die das gesamte Spektrum an in dieser Baureihe verbauten Vierzylinder-Motoren abdeckten. Aus Solingen kam eine kleine Drehleiter DL18 auf dem Fahrgestell 70D6, mit dem der kleine „Eicher“ einst seine Premiere als Magirus-Deutz feierte und von dem kein weiteres Exemplar mehr bekannt ist. Aus dem Landkreis Eschwege reiste der Alfred mit einem magirusblauen Kipper vom Typ 75D6 an und das Feuerwehrmuseum Bayreuth hatte eine weitere Drehleiter DL18 auf dem Fahrgestell 80D6 dabei.

 

Das älteste Fahrzeug der Veranstaltung war ein gelber Pritschenwagen M27a aus dem Jahre 1935, der noch von der „C. D. Magirus AG“ hergestellt wurde und mit dem zwei enthusiastische Fans aus dem Raum Bautzen anreisten. Die nächste aufsehenerregende Neuvorstellung parkte bei den „Baubullen“: Ein perfekt im Originalzustand erhaltener blauer Bergungswagen vom Typ 310D16 der ersten Bauzeit aus dem Landkreis Fulda.

 

Der Titel „Mr. Patina“ ging klar an einen grauen Rundhauber S4500 aus Neuburg an der Donau, der zuletzt in Schausteller-Diensten unterwegs war. Die Neustädter Feuerwehr stellte erneut ihre kürzlich sanierte Drehleiter „Friedrich“ auf Basis eines Rundhaubers des Typs Mercur 125 aus. Auch bei den zahlreich erschienen Eckhaubern und D-Frontlenkern war eine stattliche Reihe ehemaliger Feuerwehrautos zu bewundern, darunter ein auf dem Fahrgestell 110D7 aufgebautes und heute seltenes TLF 8/18 aus dem Raum Bergisch-Gladbach. Ein hellblauer D-Frontlenker 170D17, der einst als Heizöl-Tankwagen unterwegs war und nun noch gelegentlich für ein Sägewerk in der Nähe Holz transportieren darf, zog ebenfalls die Blicke der Gäste und Fotografen auf sich.

 

Fünf Exemplare der Vierer-Club-Baureihe, insbesondere ein weißer 130M8 mit Heckkran sowie ein oranger Pritschenwagen 90M7 mit frisch gepresstem H-Kennzeichen, rundeten das Bild ab und sorgten dafür, das alle Lkw-Baureihen wieder versammelt waren, die einst die Ulmer Produktionshallen von Magirus-Deutz verlassen hatten.

 

Die Stimmung auf dem Platz war einmalig und die Ausfahrt am Nachmittag führte über kurvige und hügelige Landstraßen durch kleine Dörfer der Umgebung. Die Spezialität der diesjährigen Streckenführung war eine Wende in einem Kreisverkehr bei Scheinfeld. So fuhr der Konvoi einmal an sich selbst vorbei, was für die Fahrer die Gelegenheit eröffnete, nicht nur die fränkische Kulturlandschaft zu genießen, sondern auch alle anderen teilnehmenden Fahrzeuge in Fahrt zu erleben.

 

Der Besitzer des ältesten Autos, der älteste Gast auf dem Platz, der Fahrer mit der weitesten Anfahrt auf eigener Achse und der Gast mit der weitesten Anreise wurden mit einem Glas Deutz-Champagner begrüßt – diese Champagner-Marke gibt es wirklich! Unter den Ehrengästen befand sich auch Roland Sparling, der eigens aus Oxford in Großbritannien eingeflogen war, um beim Treffen mit dabei zu sein.

 

Mit einem Satz: Ein spitzenmäßiger Tag mit netten Leuten und tollen Autos. Vielen, vielen Dank an alle Helfer und alle, die die Veranstaltung mit ihren Fahrzeugen bereichert haben. Wir sehen uns wieder zum 4. internationalen Magirus-Deutz-Treffen im Mai 2013!

Die zweite Runde: 15. Mai 2010

2. Magirus-Deutz-Treffen

Nach dem Erfolg vom letzten Jahr haben wir uns getraut, unser Treffen zusätzlich zu zahlreichen persönlichen Einladungen bundesweit im Internet und in Fachzeitschriften anzukündigen. Lohn der Mühe: Am 15. Mai 2010 standen stolze 42 historische Nutzfahrzeuge auf dem Neustädter Festplatz.

 

Was mich am meisten überraschte: Mit einem 120D7 Pritsche/Plane und je einem 75D6 als Pritschenwagen und als Kipper kamen gleich drei „Eicher“ zu dem Treffen. Den Typ 75D6 hatte ich bis dahin für ausgestorben gehalten – offenbar ein Irrtum. Mindestens genau so schön: Der Omnibus 150LS12 vom Bundesverband unabhängiger Postbusfahrer aus Regensburg, der in seinem Inneren ein komplett original erhaltenes mobiles Postamt mit Paketschalter und Telefonzellen birgt.

 

Neben einer langen Reihe von Feuerwehrfahrzeugen mit Eckhaube bereicherten vier Vierer-Club-Fahrzeuge das Treffen. Darunter befanden sich ein grüner 130M8 turbo und ein oranger 90M7, die beide einen Pritschenaufbau mit Plane tragen und noch im gewerblichen Einsatz stehen. In der Nähe traf man in Form eines blauen Pritschenwagens einer Veitshöchheimer Zimmerei auch einen seltenen Vertreter der X-Baureihe an, die ein Fahrerhaus von OM in Italien trägt, aber mit einem luftgekühlten Deutz-Motor ausgestattet ist.

 

Das älteste Fahrzeug auf dem Platz war erneut ein Feuerwehrauto aus Nürnberg, nämlich ein 1943 gebautes Schweres Löschgruppenfahrzeug SLG. Wie schon im Vorjahr gab es auch dieses Mal einen magirusblauen und 1959 gebauten Mercur 120 Kipper zu sehen, der bis Ende 2006 täglich auf der Baustelle arbeiten musste.

 

Das Wetter war etwas kühl für Mitte Mai, dafür war die Stimmung umso besser und die zum Teil bis aus den Landkreisen Neuss und Eschwege angereisten Gäste entstiegen ihren Lkw nach der Ausfahrt mit einem breiten Grinsen. Für die Überraschung des Tages hatte während der Ausfahrt die Feuerwehr Emskirchen gesorgt, an deren Domizil die Strecke vorbeiführte: Oben auf der Böschung neben der Straße stand der hauseigene 170D11 und davor war die ganze Mannschaft versammelt und winkte den Vorbeifahrenden fröhlich zu. Also keine Frage, kein Leben mehr ohne Magirus-Deutz-Treffen!

Die Premiere: 9. Mai 2009

1. Magirus-Deutz-Treffen

Gemeinsam mit Michael Krämer aus Bamberg dachte ich mir: Warum gibt es für Büssing, Hanomag, Henschel, Krupp und nahezu jede andere Lkw-Marke ein eigenes Oldtimertreffen, nur für Magirus-Deutz nicht? Es war höchste Zeit, etwas gegen diesen Umstand zu unternehmen. Und so haben wir alle uns bekannten Besitzer von Magirus-Deutz-Lastwagen, -Omnibussen und -Feuerwehrautos persönlich für den 9. Mai 2009 auf einen der schönsten Festplätze Frankens eingeladen, nämlich den in Neustadt an der Aisch.

 

Das Wetter war gut und gegen Mittag sammelten sich auf dem Platz 29 historische Fahrzeuge. Meine persönlichen Highlights: Der hellgraue D-Frontlenker Kipper 110D7 vom Robert aus Ingolstadt, die kleine „Eicher“-Drehleiter vom Typ 80D6 vom Feuerwehrmuseum Bayreuth und ein knallgelber Clubbus 130R81 vom Rolf aus Schweinfurt, der sogar noch im Einsatz ist. Die Sammlung der teilnehmenden Fahrzeugen bereicherten auch ein magirusblauer Frontlenker des Typs Pluto 200 aus Baden-Württemberg, ein weißer „Baubulle“ 170D15 mit rotem Kipper aus Ludwigsburg und ein ehemaliger Bundeswehrkranwagen vom Typ Jupiter, den ein Sammler aus dem Raum Rothenburg ob der Tauber auf das Treffen steuerte.

 

Zu den größten Ausstellungsstücken zählten ein hellgrauer Dreiachs-Kipper 230D22 mit bulligem Deutz-V8 aus dem Bayrischen und „das Gleiche in Grün“: Der 230D26 vom Michael aus Bamberg. Der Feuerwehroldtimerverein Nürnberg stellte einen Rundhauber vom Typ A3500/6 auf den Festplatz, der mit einem Baujahr von 1957 das älteste Fahrzeug bei dem Treffen war. Zu den Raritäten gehörte zweifelsohne auch ein in den späten 60ern gebautes Löschfahrzeug LF 8 auf dem Frontlenker-Fahrgestell 100D7 aus Aalen, das nicht nur über so schöne Details wie ein weißes Lenkrad und Klapptüren im Aufbau verfügte, sondern auch in der ganz seltenen Ausführung ohne Allradantrieb ausgeliefert worden war.

 

Die Ausfahrt am Nachmittag führte vorbei an knallgelben Rapsfeldern und historischen Bauwerken über kurvige Landstraßen und durch die reizvolle fränkische Hügellandschaft. Nach diesem tollen Tag war klar: Das Magirus-Deutz-Treffen geht in die 2. Runde!

Videos von den Ausfahrten
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© Martin Regner